Besuch im Himmel

Besuch im Himmel

Titel:
Besuch im Himmel
Autorin:Marie-Claire van der Bruggen
Preis:€ 14,95

 

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Einleitung

In ihrem Buch „Besuch im Himmel” lässt Marie-Claire van der Bruggen die letzten Lebenstage ihres Vaters noch einmal aufleben.

Im Moment des Todes ihres Vaters bildet sich eine Brücke zwischen dieser und der anderen Welt, die sie in die Lage versetzt, den Übergang als ein berührendes und dankbares Erlebnis zu erfahren.
Nach einiger Zeit kommen Marie-Claire und ihr Vater wieder miteinander in Kontakt. In einer Reihe von Gesprächen, die sich zwischen ihnen entfalten, bekommen wir mehr Deutlichkeit über alles, was während unseres Sterbens mit uns geschieht und wie es nach unserem Tod für uns weitergeht.

Leseprobe

Eine besondere Reise

Mein Vater war schon einige Monate tot, als ich eines Nachts plötzlich durch ein weiches, aber helles Licht wach wurde. Ich setzte mich auf und sah mich verblüfft um. Zu meiner großen Überraschung sah ich meinen Vater am Fußende meines Bettes stehen. Er sah sehr gut aus und viel jünger als zu der Zeit, als er gestorben war. Er war wieder von dem schönen Licht umgeben, welches ich auch schon in dem Moment gesehen hatte, als er seinen Körper verlassen hatte. Lächelnd stand mein Vater da und schaute mich an. Das Seltsame daran war, dass ich eigentlich überhaupt nicht erschrocken war. Ich war nur sehr glücklich, dass er da war und ich sagte: „Hallo Papa, wie schön, dass Du mich besuchen kommst. Geht‘s Dir gut?” 

 

Auf einmal wurde ich ganz neugierig auf sein neues Leben und fragte ihn, wo er sich jetzt aufhielt und was er dort so alles täte. Mein Vater begann wieder zu lachen und sprach: „Ich wusste, dass diese Frage kommen würde und habe deshalb eine Überraschung für Dich.” „Oh ja, welche?” fragte ich aufgeregt. „Ich bin hier, weil ich Dir, zum Dank für alles, was Du für mich getan hast, mein neues Zuhause zeigen darf.”

Dies war meine Chance, mehr darüber erfahren zu können! Ich zweifelte nicht einen Augenblick und voller Vertrauen ergriff ich die ausgestreckte, strahlende Hand meines Vaters und zu meiner großen Überraschung konnte ich die Hand auch tatsächlich fühlen. Wie von selbst verließ ich meinen Körper und ich konnte ihn neben mir auf dem Bett liegen sehen. Er lag einfach da und schlief neben meinem Mann, der von all dem nichts mitbekommen hatte. „Sollen wir gehen?” hörte ich meinen Vater flüstern. Ich drehte mich zu ihm um und fühlte, wie wir zusammen nach oben schwebten. Immer höher und höher.…..

Nach einer Weile sah ich in der Ferne ein warmes goldenes Feuer. Als wir näherkamen, verwandelte sich dieses Feuer in ein strahlendes Licht, durch welches wir hindurchflogen. Einen Moment lang sah ich nichts mehr, aber dann, als wieder alles klar wurde, sah ich, dass wir in einer wunderschönen Gegend angekommen waren. Es war eine grandiose Naturlandschaft mit dem grünsten Gras und den prächtigsten Blumen und Bäumen, die ich jemals gesehen hatte. Die Farben, die ich sah, waren nicht zu vergleichen mit denen der Erde. Sie waren viel intensiver und alles schien zu vibrieren. Ich war vollkommen überwältigt davon. 

 

Nachdem wir eine Weile so gesessen hatten, fragte mein Vater mich, ob ich es schön fände, wenn er mir etwas darüber erzählen würde, was wichtig zu beachten wäre, wenn jemand auf seinem Sterbebett läge. Er sagte, dass er dies sehr gerne mit mir teilen wolle, weil er fand, dass ich das bei ihm unbewusst sehr gut gemeistert hätte. Natürlich wollte ich dies auch gerne, denn ich hatte gerade eine Ausbildung in Sterbebegleitung absolviert und arbeitete zu der Zeit gerade in einem Hospiz. Und sicher war ich nach dem Tod meines Vaters noch mehr an dieser Materie interessiert. 

Mein Vater setzte sich dazu bequem hin und begann zu erzählen.

„Wenn Du bei einem Sterbenden bist, ist es gut, dass Du weißt, dass sich ein Sterbender, in der letzten Phase in zwei Welten zugleich aufhält. Er ist noch auf der Erde, aber auch schon ein bisschen Zuhause, so wie wir es hier nennen. Deshalb ist es auch häufig so, dass die Person dann viel schläft und während dieses Schlafes oft schon Zuhause ist und auf ihre große Reise vorbereitet wird. Dies kann unbewusst der Fall sein, aber auch bewusst! Sie kann manchmal verstorbene liebe Menschen sehen aber auch andere, die ihr dabei helfen wollen, den Übertritt zu vollziehen. Genauso wie ich Hilfe hatte, weißt Du noch?” Ich erinnerte mich sogleich wieder daran. Er hatte in der Tat zwei Gestalten hinter mir gesehen und diese hatten ihm erzählt, dass sie seine Begleiter seien, die ihm bei dem Übertritt helfen würden. Ich nickte zustimmend.

Mein Vater fuhr fort. „Dies kann auch der Fall sein, wenn jemand wach ist. Wenn Du es vermutest oder merkst, dass es so ist, dann gib ihm die Möglichkeit darüber zu sprechen und schiebe es auf keinen Fall beiseite. Auch wenn Du selbst nichts hörst oder siehst, dann bedeutet dies noch lange nicht, dass es nicht doch da ist! Manchmal hat ein Sterbender gar kein Bedürfnis darüber zu sprechen und das ist selbstverständlich auch gut. Aber es ist eben sehr wichtig, dass Du ihm zeigst, dass Du es nicht verrückt oder seltsam findest, sodass der Sterbende sich sicher fühlt und darüber reden kann, wenn er das möchte.

Es ist gut zu wissen, dass die Sinnesorgane eines Sterbenden immer empfindlicher werden und es ist wichtig, dem gerecht zu werden. Geräusche klingen für ihn viel härter als normal. Schlagende Türen, laute Fußstapfen und laute Stimmen können unerträglich sein. Aus diesem Grunde ist es gut dafür zu sorgen, dass es in der Nähe des Sterbenden ruhig ist. Es braucht selbstverständlich nicht mucksmäuschenstill zu sein. Es kann gerade angenehm sein, wenn leise Musik läuft, so wie Du es auch bei mir getan hast. Versuche so viel wie möglich laute und unangenehme Geräusche zu vermeiden.”

 

Autorin

Marie-Claire van der Bruggen (1969) absolvierte eine zweijährige Ausbildung in Sterbebegleitung und durfte schon vielen Menschen mit dem Übergang nach Hause helfen, einer Welt in der sie sich schon als Kind sehr wohlfühlte.
Sie ist ebenfalls Autorin von „Das Märchen vom Tod”, „GlückSelig”, „Licht & Liebe” und „Die Rückkehr nach Hause”.

 

Weitere Informationen

Seitenanzahl:96 Seiten
Maße:215 x 140 mm
Auflage:1. Auflage 2017
Verlag:Eoscentra
ISBN: 9789082758207